Der existierende Traditionsbetrieb wurde 1841 von Josef und Juliane Schanderl gegründet, die das Haus von Leopoldine Gräfin von Attems erwarben. Im Jahre 1873 dürfte das als Cafe Spitzer apostrophierte Cafe erstmals restauriert worden sein.

geschichte-central-francaisIn der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wechselte unter der Besitzerin Caroline Haschberger der Lokalname, die denn die französische Lebensart, die schon Metternich Anfang des Jahrhunderts begeistert hatte, griff auf die breite Masse der Bevölkerung über. Französisch hatte sich als Sprache der Gebildeten etabliert. Die Lokalität erhielt den Namen „Cafe Francais“ und ist ein fixer Bestandteil der Badener Lokalszene geworden.

Danach begann eine ziemlich wechselvolle Zeit in der die Besitzer mehrmals wechselten. 1892 übernahm das Haus Franz Cortella der einen sehr geschmackvollen Verandavorbau errichtete und 1895 das Kaffeehaus um einen Hotelbetrieb erweiterte. Nachdem Cortellas Nachbesitzer Hans Hanslowsky das Kaffeehaus an den aus Braunschweig gebürtigen Ludwig Frisch übergeben hat, wurde das Haus renoviert und erneut am 25.März 1905 als „Cafe Francais“ eröffnet. 1909 wurde das Haus von August Benger übernommen. Als der 1.Weltkrieg ins Land zog, blieb das Verhältnis zu den Kriegsgegner nicht ungetrübt Die Menschen straften Länder mit Verachtung, zu denen sie, aufgrund ihrer Lebensart oder aus welcher Verklärung heraus auch immer, vordem bewundert aufgeblickt hatten.

Bis 1914 hatten zahlreiche Cafetiers versucht, als quasi französischer Außenposten bei der Kundschaft zu punkten, jetzt aber verkehrte sich die Einstellung ins Gegenteil und so erhielt das alterwürdige Kaffeehaus am Hauptplatz, heute als Cafe Central in Baden nicht wegzudenken, den vertrauten Namen „Zentral“ bald nach Beginn der Kampfhandlungen. August Benger verließ 1920 Österreich und ging nach Berlin und eröffnete ein Wiener Kaffeehaus.

geschichte-central-francais-2Hotelier Adolf Lantos , Besitzer des „Bristol“ am Josefsplatz führte das Cafe am Hauptplatz bis 1924. Lantos Nachfolger war ein gewisser Michael Agoston, der mit seiner Frau Marie das Lokal zwischen 1924 und 1958 führte. Währen des 2. Weltkrieges gab es im „Zentral „ Musikkonzerte. Gegen Ende des Krieges wurden die Pforten geschlossen und als Anhaltelager für Häftlinge umgewandelt. Am 8.Dezember 1945 war es wieder soweit und das Cafe Central öffnete seine Pforten.

Wann die Gusseisenveranda durch die heute bestehende ersetzt wurde konnte nicht geklärt werden. Im Jahre 1960 wurde das Cafe Central von der Familie Habeler aus Bad Fischau übernommen.
Mit 1. Jänner 2014 wurde das „Cafe Central“ durch die Familie Kreiker übernommen und die schon fast verloren gegangene traditionelle Kaffeehauskultur wieder eingeführt.

Mit Tradition ist nicht der Versuch gemeint, mit Nostalgie das Vergangene zu bewahren, sondern den Zeitgeist und den Bedürfnissen des modernen Menschen zu entsprechen. Damit dieser sich wohlfühlt, bedarf es laufend Adaptierungen. Denn nur so wird das Kaffeehaus zum Lebensraum seiner Gäste aus dem In- und Ausland. „Europa zu Gast im erweiterten Wohnzimmer.“
Im Mittelpunkt steht der Gast und seine Bedürfnisse.

Das Kaffeehaus soll nicht nur eine beliebter Treffpunkt sein, sondern zur Institution werden und den Kaffeehausbesuch wieder zu einem sinnlichen Erlebnis machen.